Vorschau

Ein Überblick über die kommenden Ausstellungen im Dommuseum Hildesheim

Frauenwelten. Kunst aus den Klöstern Heiningen und Dorstadt

24. September 2021 bis 06. Februar 2022

Eine Möglichkeit für Frauen tiefergehende Bildung und politischen Einfluss in der Gesellschaft des Mittelalters zu erlangen, war der Eintritt in ein renommiertes Frauenkloster. Die beiden auch in diesem Sinn vom örtlichen Adel gegründeten Klöster Heiningen und Dorstadt (Kreis Wolfenbüttel) werden in der Ausstellung als Zentren der Spiritualität aber eben auch der Bildung und Wissenschaft durch Kunstwerke präsentiert. Dabei stehen Fragen nach den Möglichkeiten und Besonderheiten der Spiritualität, der Wissenschaft und der Macht dieser Frauenklöster im Zentrum.

Islam in Europa. 1000-1250

7. September 2022 bis 12. Februar 2023

In zahlreichen mittelalterlichen Kirchenschätzen Europas haben sich Kunstwerke aus vom Islam geprägten Regionen erhalten, so auch im Hildesheimer Domschatz. Darunter befinden sich Schachfiguren, Siegelsteine, Textilien, Handschriften, Holzkästchen und Gießgefäße. Das Dommuseum Hildesheim widmet sich in einer großen Sonderausstellung mit zahlreichen hochkarätigen Leihgaben aus internationalen Sammlungen den Verflechtungen und Gemeinsamkeiten der Kulturen im hohen Mittelalter.

Sog. keilförmiges Reliquiar mit fatimidischer Schachfigur und arabischem Siegelstein. Dommuseum Hildesheim, Inv. Nr. DS 4

Sog. keilförmiges Reliquiar mit fatimidischer Schachfigur und arabischem Siegelstein. Dommuseum Hildesheim, Inv. Nr. DS 4

Ausgehend von den Objekten des Hildesheimer Domschatzes sollen die Wege zu den Herstellungsorten in vom Islam geprägten Regionen zurückverfolgt werden. Zentren der vom Islam geprägten Kulturen wie Kairo und das Reich der Fatimiden, Córdoba und al-Andalus, Palermo auf Sizilien und Gebiete des heutigen Irak und Iran werden vorgestellt. Aus diesen Regionen lässt sich die Migration der Kunstwerke nach Mitteleuropa nachvollziehen, wo sie in die Kirchenschätze integriert wurden.

Die Ausstellung findet statt anlässlich des tausendjährigen Jubiläums der Ankunft des Heiligen Godehard als Bischof von Hildesheim im Jahr 1022. Aus dem Schrein des Heiligen Godehard werden in der Ausstellung Textilien präsentiert, die aus dem Mittelmeerraum stammen und von der Vermittlung und Verbreitung der Seidenwebkunst aus China über Byzanz und die vom Islam geprägten Regionen zeugen.

In den historischen Bibliotheken Europas haben sich Übersetzungen wissenschaftlicher Bücher aus dem Arabischen erhalten. Sie lassen erkennen, dass Disziplinen wie Medizin, Mathematik oder Astronomie in den arabischsprachigen Kulturen auf exzellentem Niveau praktiziert wurden, von dem die mitteleuropäischen Intellektuellen lernten.

Zahlreiche Kunstwerke lassen darüber hinaus erkennen, wie die Motive, Materialien, Techniken oder Funktionen aus den vom Islam geprägten Regionen in Mitteleuropa übernommen und in neue Objekte integriert wurden. Einzelne Ausstellungskapiteln widmen sich etwa Nachahmungen der arabischen Schrift, christlichem Bildprogramm an Kunstwerken aus vom Islam geprägten Regionen oder Darstellungen eines Phantasiewesens der persischen Mythologie. Ziel der Ausstellung ist es, die Verflechtungen und Gemeinsamkeiten der Kulturen ausgehend von den Objekten des Hildesheimer Domschatzes als historische vorzustellen und damit auch eine neue Perspektive auf gesellschaftliche und kulturelle Phänomene der Gegenwart zu ermöglichen.