Oh my gold! - Die große Madonna im Wandel

Ausstellung vom 16. August 2024 bis 26. Januar 2025

Die Große Goldene Madonna fasziniert durch ihre goldschimmernde Gestaltung. Wertvollste Materialen, Gold und Edelsteine wurden zum Schmuck der 1000 Jahre alten Marienfigur verwendet. Zugleich handelt es sich um eines der ältesten vollplastischen Bilder der Gottesmutter und steht damit beispielhaft für die revolutionäre Einführung von dreidimensionalen Figuren in den Kirchenraum.

Die Große Goldene Madonna war bis ins 20. Jahrhundert hinein im Hildesheimer Dom von zentraler Bedeutung. Sie wurde mehrmals im Jahr bei Prozessionen mitgeführt oder auf dem Hochaltar zur Verehrung ausgestellt. Auch mussten im Mittelalter die Lehnsträger und Ritter des Hildesheimer Bischofs vor der Statue ihren Lehnseid leisten. Reiche Schenkungen, darunter Ketten, Gewänder, Schleier und Kronen bis in die Barockzeit hinein belegen zusätzlich die große Bedeutung des Bildwerks.

Die vielfältigen Nutzungen hatten aber auch stark in die Substanz eingreifende Veränderungen des 17. bis 19. Jahrhunderts zur Folge bis hin zur Entfernung der originalen Köpfe. Für die Neuaufstellung im umgestalteten Museum 2015 schuf der Südtiroler Künstler Walter Moroder neue Köpfe für Maria und Christus und damit eine singuläre Verbindung von mittelalterlichem und zeitgenössischem Kunstwerk.

Die Ausstellung widmet sich der Entstehung, der Funktion und besonders den vielfältigen Verwandlungen der Großen Goldenen Madonna. Zahlreiche Leihgaben aus anderen Sammlungen ermöglichen den Vergleich im Umgang mit ähnlich bedeutenden Bildwerken wie der Goldenen Madonna in Essen und der Imad-Madonna in Paderborn. Außerdem zeigen prominente Beispiele wie die thronende Silbermadonna des Mindener Domschatzes das Weiterleben der mit Edelmetall bedeckten Marienbilder im weiteren Verlauf des Mittelalters.

Hinweis:
Zur Ausstellung erscheint ein gleichnamiger Katalog im Schnell&Steiner Verlag.