DOMMUSEUM VERBINDET GESCHICHTE UND GEGENWART

Nach fünfjährigem Umbau wurde das Dommuseum Hildesheim 2015 wiedereröffnet. In seinem Zentrum stehen zum Welterbe gehörende Werke mittelalterlicher Kunst.

Über das Domfoyer erreichen Besucher das Hildesheimer Dommuseum.

Das neue Museum hat seinen Besuchereingang im Domfoyer, das aus der ehemaligen Domschule hervorgegangen ist.

Im April 2015 wurde das Dommuseum Hildesheim nach beinahe fünfjähriger Umbauzeit wiedereröffnet. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Domkirche als lebendigem Kultort und angebunden an den mittelalterlichen Kreuzgang mit dem 1000jährigen Rosenstock verbinden sich im neuen Dommuseum Geschichte und Gegenwart in einzigartiger Weise. Die Ausstellung zeigt in hochrangigen Exponaten wichtige Themenkomplexe aus Geschichte und Kultur von Dom, Stadt und Bistum.

Im Zentrum stehen die zum Welterbe gehörenden Werke mittelalterlicher Kunst. Dazu zählen vor allem die Objekte, die mit der Erinnerung an die Hildesheimer Bischöfe Bernward und Godehard verbunden sind. Besonders prominent sind das Große Ringelheimer Kruzifix und die Goldene Madonna Bischof Bernwards, die zu den frühesten Beispielen vollplastischer Skulptur zählen. Außerdem zeichnet sich die Sammlung durch einen hervorragenden Bestand mittelalterlicher Bronzegüsse aus. Im Frühjahr 2016 konnte ein Wassergießgefäß in Form eines Drachen für fast 1.3 Mio. Euro erworben werden. Arbeiten zeitgenössischer Künstler, darunter Arnulf Rainer, Gerd Winner und Emil Cimiotti stehen den historischen Kunstwerken in einem spannungsvollen Dialog gegenüber.

Seit 2010 wurde das Museum im Rahmen der Sanierung der Domkirche nach den Plänen des Kölner Büros Schilling-Architekten um- und ausgebaut. Weite Sichtachsen durch die hellen und lichten Räume erschließen die Zusammenhänge zwischen den ausgestellten Kunstwerken. In der Architektur treffen die freigelegte historische Bausubstanz und die reduzierte Gestaltung mit den Materialien Sandstein, Beton und Eichenholz aufeinander. Ein neu errichteter Anbau setzt einen beeindruckenden städtebaulichen Akzent und ermöglicht zugleich durch eine große Fensteröffnung auch von außen den Blick auf den hier präsentierten Renaissancelettner aus dem Dom. Im Untergeschoss ist zudem in einer archäologischen Zone die ausgegrabene Bernwardmauer zugänglich.

In Öffentlichkeit und Presse wurde die Neukonzeption begeistert aufgenommen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung urteilte im Juli 2015 über die Gestaltung des neuen Dommuseums und die Anordnung der Objekte: „Dieses dramaturgische Wechselspiel im neuen Haus ist ein Geniestreich, der weit über das Jubiläumsjahr und die Stadt hinaus zu wirken verspricht.“

Im Jahr 2015 erhielt das Dommuseum den Museumspreis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung.